Pokalsieger in Mittenwalde mit 90,73 Punkte und jede Menge Frohe Klänge (Watt nen Wortspiel!)
Früh aufstehen gehört bekanntlich zu den Dingen, die bei Wettbewerben niemand so richtig vermisst. Trotzdem standen wir am Samstagmorgen pünktlich um 6:30 Uhr am Bahnhof Rehbrücke, verstauten Instrumente, Gepäck und alles, was man für eine Nacht in einer Sporthalle so braucht, in Bus und Transporter und machten uns auf den Weg nach Mittenwalde.
Dort gab es in diesem Jahr gleich doppelt Grund zum Feiern: Der SG Mittenwalde Spielmannszug 1926 e. V. hatte anlässlich seines 100. Geburtstages zum Frohe Klänge Pokal 2026 eingeladen. Spielmannszüge, Fanfarenzüge, Drumlines und weitere Formationen waren der Einladung gefolgt und sorgten schon am frühen Morgen für ordentlich Betrieb in Mittenwalde, denn bevor es auf dem Wettbewerbsplatz ernst wurde, ging es gemeinsam auf die Straße. Beim musikalischen Umzug durch Mittenwalde präsentierten sich die teilnehmenden Vereine, bevor im Anschluss der Frohe Klänge Pokal offiziell eröffnet wurde. Passenderweise erklang dort gemeinsam das Stück, das dem Wettbewerb seinen Namen gibt: „Frohe Klänge“.
Für uns rückte danach ziemlich schnell der eigene Start in den Mittelpunkt. In der Wertung der Fanfarenzüge trafen wir auf die Calauer Fanfaren und den Fanfarenzug Neustrelitz. Und weil ein Wettbewerbsstart offenbar noch nicht aufregend genug ist, sorgte unsere Pauke unmittelbar vorher für ein kleines Zusatzprogramm: Ein Rad hatte sich verabschiedet. Nun gehört eine rollfähige Pauke durchaus zu den Dingen, die man bei einem Marschwettbewerb gebrauchen kann. Zum Glück kam schnelle Hilfe aus den Reihen der Gastgeber. Mit einem kurzerhand organisierten Inbusschlüssel und tatkräftiger Unterstützung des Mittenwalder Vereinschefs konnte das Problem gelöst werden. An dieser Stelle noch einmal: Danke für die Rettungsaktion!
Dann konnte es tatsächlich losgehen und dieser Start sollte sich lohnen.
Mit 90,73 Punkten gewannen wir die Wertung der Fanfarenzüge und durften uns am Ende des Tages über den Pokalsieg beim Frohe Klänge Pokal 2026 freuen.
Die Freude darüber war riesig. Besonders stolz sind wir auf diejenigen in unserer Besetzung, die in Mittenwalde ihren ersten Marsch-Wettbewerb bestritten haben. Wettbewerb ist eben doch noch einmal etwas anderes als Training oder Auftritt: die Konzentration unmittelbar vor dem Start, Wertungsrichter am Rand und das Wissen, dass jetzt jeder Schritt und jeder Ton zählt. Unsere Erststarter*innen haben diese Premiere großartig gemeistert.
Und nach der Siegerehrung gab es sogar ein Geräusch, an das wir uns erst einmal wieder gewöhnen mussten: das Klappern der Medaillen. Pokale kennen wir von vielen Wettbewerben, aber Medaillen hängen dagegen eher selten um unseren Hals. Entsprechend viel Freude machte dieses ungewohnte musikalische Begleitgeräusch.
Überhaupt brachte der Frohe Klänge Pokal für uns an einigen Stellen einen kleinen nostalgischen Charme mit. Nach den Vorträgen blieben die Vereine beispielsweise noch am Rand des Wettbewerbsfeldes stehen. Für zwei wichtige Wertungspunkte hielten die Wertungsrichter ihre Bewertungen unmittelbar danach auf kleinen Anzeigetafeln hoch. Kein langes Warten auf eine Ergebnisse am Ende des Tages, denn ein Teil der Bewertung war sofort sichtbar.
Auch die große Ergebnistafel am Platz erinnerte uns an Wettbewerbe früherer Zeiten: Die Namen der teilnehmenden Vereine waren dort aufgelistet und nach und nach wurden die einzelnen Wertungen in die entsprechenden Kästchen eingetragen. Für uns war das inzwischen ziemlich ungewohnt und fühlte sich tatsächlich ein wenig nach einer kleinen Zeitreise in die Wettbewerbswelt vergangener Jahrzehnte an. Aber gerade das hatte seinen ganz eigenen Charme und passte irgendwie wunderbar zu einem Wochenende, an dem gleichzeitig 100 Jahre Spielmannszuggeschichte gefeiert wurden.
Nachdem unser eigener Wettbewerb geschafft war, konnten wir das tun, was an solchen Tagen ebenfalls dazugehört: den anderen Vereinen zuschauen, bekannte Gesichter treffen, miteinander ins Gespräch kommen und die verschiedenen Wettbewerbsbeiträge entspannt genießen.
Ein besonderes Highlight wartete am Nachmittag mit den Drumbattles. Hier wurde es noch einmal ordentlich laut und vor allem unterhaltsam. Ganz ohne eigenen Wettbewerbsdruck lässt sich so etwas übrigens ausgesprochen entspannt verfolgen.
Mit der Siegerehrung und dem gemeinsamen Spiel ging schließlich der offizielle Wettbewerbsteil zu Ende. Danach wechselte das Geschehen zum Sportlerball im Festzelt. Für einige von unseren Mitgliedern durfte es nach diesem langen Tag allerdings auch etwas gemütlicher sein. So saßen sie dann auch sehr entspannt am Abend noch gemeinsam vor der Sporthalle, die für diese Nacht unser Zuhause war, ließen den Tag Revue passieren und genossen einfach die gemeinsame Zeit. Irgendwann warteten dann Luftmatratzen und Schlafsäcke und nach einem Wettbewerbstag dieser Länge auch ziemlich müde Augen.
Am Sonntagmorgen hieß es schließlich zusammenpacken, frühstücken, Luftmatratzen wieder in ein transportfähiges Format bringen und alles zurück in den Bus. Müde, aber ziemlich glücklich und vor allem als Pokalsieger, kamen wir wieder in Potsdam an.
Zum Schluss möchten wir vor allem eines loswerden:
Ein dickes Dankeschön an den SG Mittenwalde Spielmannszug 1926 e. V. Einen Wettbewerb dieser Größenordnung und gleichzeitig ein 100-jähriges Vereinsjubiläum auf die Beine zu stellen, passiert nicht einfach so. Dahinter stehen unzählige Stunden Vorbereitung und viele Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit andere gemeinsam Musik machen, sich im Wettbewerb messen, alte Bekannte treffen und miteinander feiern können. Das ist Ehrenamt in Reinform. Ohne dieses Engagement gäbe es Wochenenden wie dieses nicht.
Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, die Organisation, die schnelle Hilfe in der Not und ein rundum besonderes Wettbewerbswochenende. Wir haben sehr gern mit euch 100 Jahre Spielmannszug Mittenwalde gefeiert.
Und gegen den Fakt, dass wir dabei einen Pokal, Medaillen und 90,73 Punkte mit nach Potsdam nehmen durften, hatten wir natürlich auch nichts einzuwenden.