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New York

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New York den Marsch geblasen

 

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"Jetzt haben die Deutschen Amerika doch erobert" murmelt jemand auf der Tribüne. Und der musikalische Leiter der Steubenparade, Mr. Hanemann, wird einen Tag später sagen, das war das Beste, was er je gesehen hat: Es ist ein herrlicher Herbsttag, und auf der Fifth Avenue läuft die 37. Auflage dieses Riesenspektakels der Deutsch-Amerikaner. Schon seit Stunden defilieren Hunderte Blasorchester und Tanzgruppen über die Prachtstraße. Die Musiker vom Potsdamer Fanfarenzug aber warten. Doch irgendwann ist es endlich soweit, und was dann beginnt, verschlägt einigen Herren auf der Tribüne den Atem.

 

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Mitreißende Fanfarenklänge und Trommelwirbel, die weit über den angrenzenden Central Park und die Avenue schallen, kündigen den Auftritt der Potsdamer an. Mit einem seiner schönsten Märsche, in schnurgeraden Reihen und wie aus dem Ei gepellt in Brandenburgs Farben weiß-rot, biegt der Fanfarenzug aus der 64. Straße auf die Paradestrecke ein. Seine Musik geht wie ein Blitz unter die Haut, treibt manchen gar Tränen in die Augen. Es ist der erste Auftritt der Elf- bis Dreißigjährigen in den USA, und er gleicht einer Sensation. Schon nach Minuten ist klar, daß diese Steubenparaden-Neulinge aus Ostdeutschland die Lieblinge des Publikums sind! Zehntausende New Yorker und Touristen jubeln den 130 Bläsern und Trommlern zu, schwenken schwarzrotgoldene Fähnchen. Kameraleute und Fotoreporter umschwirren den Zug. Und obwohl den Mädchen und Jungen der Schweiß von der Stirn läuft, die Fanfaren schwer werden wie Blei, Die Füße der Trommlerinnen wie Feuer in den neuen Stiefelchen brennen - preußisch exakt und brillant ist ihr Auftritt bis zum letzten Schritt. Es ist ihr Tag, ihr Triumph. Die Organisatoren der Parade werden glücklich sein, den Tip aus Kanada befolgt zu haben. Dort war das Potsdamer Jugendorchester Weltmeister unter den Fanfarenzügen, im Vorjahr zu Gast.

 

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